Schüler-Feedback&Notengebung
Noten sind so eine magische Sache. Eingeschränkt objektivierbar, fraglich valide mit Leben und Leistung. Aber umso mächtiger wirken sie als Gatekeeper für die persönliche Zukunft. Ein Drei in Rechnen oder Deutsch in der 4.Klasse Volksschule kann einem hierzulande eine gute Zukunft kosten. Eine solche Riesenbedeutung dürfen Noten in der Volksschule nicht haben, denn Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Mädchen entfalten sich umfassend früher als Burschen. Auch hier gilt die Gauß’sche Verteilung und wer in der 4.Volksschulklasse vielleicht noch etwas langsam wirkt, kann ein Jahr später mächtig Fahrt aufnehmen. Aber dann ist es für die meisten in diesem Schulsystem zu spät.
Noten sind nicht objektiv, sondern werden von Subjekten vergeben, und sind an Persönlichkeit, Einstellungen, Qualität und Interessen der Lehrpersonen gebunden. Wir alle wissen, Lehrer vergeben Noten auch mit Sympathie und Ideologie, in Tagesverfassung und mit selbsterfüllenden Prophezeiungen. Wir alle kennen Lehrpersonen, die ungerecht sind, die Antipathie oder Vorurteile ausleben, die sich mit Noten rächen. Das ist menschgebunden und Lehrer sind auch Menschen. Das System ermächtigt die Lehrer zu Gatekeeper für die Zukunft Hundertausender. Die Mehrheit der Lehrpersonen üben diese Verantwortung mit bestem Wissen aus, aber nicht alle. Es darf nicht sein, dass Lehrpersonen die Macht haben, mit einer Drei Kinder mit 10 von höherer Bildung fernzuhalten.
Wichtig wäre, dass die Unterrichtsqualität auch von den Schülern regelmäßig über Feedback-Prozesse evaluiert und sichtbar werden soll. Diese Evaluierung soll als Gesprächsgrundlage über Verbesserungen im Unterricht und in der Führungskultur einer Schule dienen. Wie auf der Wirtschaftsuniversität Wien, wo alle Studentinnen jedes Semester den Unterricht der Lehrbeauftragten bewerten und damit zu einer besseren Lehrqualität beitragen.
Noten sagen nicht nur über Benotete aus, sondern auch über Benotende. Die Note über den Schüler ist immer auch eine Note über die jeweiligen LehrerInnen. Eine schlechte Durchschnittsnote einer Klasse bedeutet, dass die Lehrperson entweder schlecht gelehrt oder zu schwer geprüft hat. Die Durchschnittsnote in einem Gegenstand kann daher als Referenzwert für die Leistung der SchülerInnen dienen und ebenso als Indikator für Lehr- und Prüfleistung einer Lehrperson. Wir fordern daher, dass mit dem Zeugnis auch die Notenverteilung und der Notenmittelwert im Zeugnis ausgewiesen wird. Auch hier ist die Wirtschaftsuniversität Wien beispielgebend.
In einer Zeit, wo Schulnoten schon im Computer eingegeben sind, ist das kein Mehraufwand und jede Schul-Direktion kann von uns ein software-Tool zur Erstellung eines Notenprofils erhalten. Vielleicht haben Sie Vorschläge, Einwände oder wollen ein Pilotprojekt an der Schule Ihrer Kinder starten: wir helfen dabei!
Bewertung einer Lehrveranstaltung durch die StudentInnen an der Wirtschaftsuniversität Wien:
Beispiel: Bewertung des Unterrichts in einer Lehrveranstaltung durch die Studierenden (Download als PDF-Datei)
Beispiel: Zeugnis der Studierenden für die Lehrperson ihrer Lehrveranstaltung (Download als PDF-Datei)
Feedback der Unterrichtsqualität durch die SchülerInnen (Vorschläge)
Vorschlag: Einfachses Semester-Feedback zum Unterricht einer Lehrperson durch die SchülerInnen (Download als Word-Datei)
Vorschlag: Notenprofil im Semester-Zeugnis über alle Fächer (Download als Word-Datei)
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